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Veranstaltungen und Termine

Veranstaltungen aus dem Quartiersmanagement

Internationaler Kulturnachmittag im Paul-Schneider-Nachbarschafthaus

Am Samstag lud Gastgeber und Organisator Israfil Yildizkan in das Paul-Schneider- Nachbarschaftshaus zum Internationalen Neustädter Kulturnachmittag ein, ein multi-kulturelles Fest voller Literatur und Poesie, Liedern und Sketchen, Musik, Tanz und kulinarischer Leckerbissen.
 
Israfil Yildizkan und Familie hatte zum dritten Mal das beliebte Fest organisiert, zu dem deutsche, polnische, russische, türkische, arabische, serbische, argentinische und viele andere Nachbarn einen Nachmittag lang zusammentrafen, um miteinander zu feiern.

Auch ein "fast echter" Hoca war gekommen – Nasreddin Hoca. Mit großem Turban und grünem Gewand machte der charismatische Yüksel Ertan mit seinem großformatigen Kinderbuch nicht nur die Kleinen, sondern auch viele Erwachsene neugierig. In seinem Buch sind die Geschichten des orientalischen Nationalhelden "Nasreddin Hoca" aufgeschrieben.

Ihm zur Seite stand mit fröhlichem Lachen Abdullah Eryilmaz als „Satellit Süleyman“, seines Zeichens Taxifahrer, Liedermacher, Bürokaufmann, Kaberettist, Kleingärtner, Schauspieler, Schriftsteller, Dichter, Imbissbetreiber und Buchhändler und bot seine türkisch-deutschen "Gastarbeiterlieder" auf CD feil. www.eryilmaz-berlin.de

Dass diesmal die Gäste nicht ganz so zahlreich wie letztes Jahr und teilweise verspätet erschienen, lag am nicht so glücklich gewählten Termin: viele Familien feierten mit der Verwandtschaft das Opferfest oder waren zur 775-Jahrfeier in Berlins City unterwegs.
Nach verzögertem Anfang vor vielen leeren Stühlen entwickelte sich der Nachmittag jedoch zunehmend zu einem gut besuchten, rauschenden Fest.

Die Safak-Bäckerei aus der Kurstraße hatte mit viel Herz mehrere Bleche köstlicher Kuchen gebacken: Bienenstich, Schokoladenkuchen, Kirschkuchen....  Von Bäcker Y?ld?r?m aus der Lynarstraße gab es einen leckeren Obstteller und Familie Yildizkan hatte für den salzigen Appetit Salate zubereitet. Außerdem gab es alkoholfreie Getränke.

Israfil Yildizkan moderierte die Veranstaltung auf türkisch, Semra Sarpkaya führte auf deutsch durch den abwechslungsreichen Nachmittag. Die junge, hübsche Frau, die sich im Hause Yildizkan wie eine zweite Tochter bewegt, hat gerade ihr Studium abgeschlossen und überzeugte nicht nur durch ihr freies Sprechen, sondern auch durch Gesang, Solo und im Duett mit Israfil Yildizkan.

Verschiedene orientalische Musiker boten mit ihren Instrumenten einen musikalischen Auftakt. Die Gäste hörten Ersan Naroglu auf Ney und Kaval, das sind die langen schmalen Flöten mit dunklem, warmen Klang, die traditionell von den Schafhirten gespielt werden.

Zu hören war außerdem Merdan Sahin auf dem Saz.

Israfil Yildizkan trug eigene Gedichte und die türkischer Dichter vor, die von der jungen Semra Sarpkaya in deutscher Übersetzung vorgetragen wurden. Auch dazu lieferten Ersan Naroglu und Merdan Sahin eine stimmungsvolle, musikalische Begleitung im Hintergrund.

Mit dem Sketch "Ich-AG" und in lustiger Verkleidung brachte das Multitalent Abdullah Eryilmaz nach dem nachdenklich stimmenden Auftakt alle Gäste zum Lachen.
Wenn er den linken Arm hob, wurde ein großer SPD-Aufkleber sichtbar. Einen CDU-Aufkleber legte er beim Heben des rechten Armes frei. Später betrat er ein zweites Mal als "Pfarrer aus Kreuzberg" die Bühne.

Dann betrat der Argentiner Vicente Tolaba mit seiner Gitarre und schwarzem, großen Hut die Bühne, um gefühlvolle Lieder aus seiner Heimat zu singen. Ob der Zupfinstrumentebauer seine begleitende Gitarre selbst gebaut hat ? Vicente Tolaba ist nämlich ein Freund des Klang-Holz e. V. auf der Zitadelle. Dort betreut er Gitarren-Bau-Kurse der Werkstatt.
 
Es folgte das beliebte Improtheater der JugendTheaterWerkstatt Spandau unter der Leitung von Simona Theoharova. Die jedesmal überraschend neuen Auftritte des Improtheaters sind aus der kulturellen Landschaft der Spandauer Neustadt inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Eine Tanzeinlage des Mädchenladen sorgte für gute Stimmung. Einige Kinder riss es regelrecht von den Stühlen, als die neun Mädchen von sieben bis zwölf Jahren ihren peppigen Tanz aufführten. Diesen hatten sie unter der Leitung von Nida Demirli choreograhiert und einstudiert.

Als der Applaus verklungen war, folgte ein Auftritt von Özgür Bozkurt. Seinen eindringlichen Gesang begleitete der bekannte Radio-Moderator auf der Gitarre, unterstützt von Kaval und Saz.

Nach der Pause trat die Gruppe ?ahin Baglama Kursu mit ihrer Saz-Gruppe und dem Chor auf. Sie sangen die langen, meditativen Weisen aus der türkischen Volksmusik- Türk Halk Müzigi. An der Saz-Schule in Moabit lernen Schüler, die Saz oder Ba?lama-Langhalslaute zu zupfen und Schlaginstrumenten zu spielen. Sie lernen Noten lesen und singen türkische Volksmusik.
 
Besonders schön war es zu sehen, dass einige Menschen sich von den sehnsuchstvollen, traditionellen Arabesken der traditionellen Volksmusik so bewegen ließen, dass sie spontan aufstanden und mittanzten.   

Die drei Tänzer vom Jeyravi Team boten elektrisierenden Freestyle-Tanz und verblüffte das Publikum mit anspruchsvollen Moves.
 
Nicht nur orientalische Folklore gab es an diesem Nachmittag zu hören, sondern auch bekannte deutsche Volkslieder. Eine dreiköpfige Gruppe von Klangholz, ein Verein mit Holzinstrumenten-Werkstatt auf der Zitadelle Spandau, sang vielstimmig traditionelle Lieder über das Leben in Freude und Leid und über die Liebe. Sie begleiteten ihren wunderschön, warmen Gesang mit Cister- und Gitarrenspiel, verfeinert mit Flöten- und Trommelklängen.

Einen rauschenden Abschluss des Nachmittages lieferte die serbische Folkloregruppe Goldene Opanak in ihren farbenfrohen Trachten und strengen Reigen. Zunächst hatten die Kleinen ihren Auftritt, später folgten die jungen Erwachsenen.

Die festen Schrittfolgen des serbischen Tanzes gingen schließlich in eine große Reigen-Party über, als am Ende des Nachmittags Publikum, Musiker und Tänzer alle gleichzeitig die Tanzfläche eroberten und serbische, türkische, deutsche und sonstige Schlangenlinien tanzten. Selbst die Damen und Herren an den Kameras hielt es nicht mehr ruhig am Stativ. Das war ein wirklich gelungener Höhepunkt eines sehr gelungenen Nachmittages.

Die Gäste danken den Veranstaltern und allen Künstlern, insbesondere Semra Sarpkaya und Israfil, Duygu und Idris Yildizkan, der hier nicht mit im Bild ist.

Fotoimpressionen vom Kulturfest