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Drei Stolpersteine für die Familie Weiss

Drei Stolpersteine für Familie Weiss

Anfang Dezember 2013 erinnerten Schüler der B.-Traven-Schule und die AG Christen und Juden im Evangelischen Kirchenkreis Spandau an das Schicksal der Neustädter Familie Weiss, die bis 1940 in der Bismarckstraße 61 lebte. Drei Stolpersteine weisen nun auf das Schicksal des Ehepaares Erwin und Herta und das ihres Sohnes Horst hin. Die Familie wurde 1943 in einem Osttransport nach Auschwitz deportiert und später ermordet. Horst war bei seiner Ermordung 10 Jahre alt.

Verlegung der Stolpersteine

Künstler Gunter Demnig lässt die Steine ein

Am 2. Dezember 2013 verlegte der Künstler Gunter Demnig drei Stolpersteine für Familie Weiss vor der Haustüre Bismarckstraße 61. Dass in diesem Haus das Bezirksbüro der SPD liegt, ist reiner Zufall - legte aber eine Patenschaft für die drei Steine sofort nahe.
Eingesetzt für die Stolpersteine hatte sich unter anderem die ehemalige Hausbesitzerin der Bismarckstraße, die als Kind Familie Weiss kannte. Sie beschreibt Erwin Weiss als einen korpulenten, kleinen Mann mit Brille und dunklem Haar, der als Gärtner beim Bezirksamt angestellt war und die Miete stets pünktlich zahlte; seine Frau Herta eine große und schlanke Frau - und Horst, ein "lieber Junge".

Gedenkveranstaltung in der Bismarckstraße 61

Viele SchülerInnen nahmen Anteil

Eine offizielle Gedenkfeier für die Familie Weiss fand am 3. Dezember 2013 in den Räumen der SPD statt.
Der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz erwies sich als guter Gastgeber und begrüßte die vielen Schüler und Anwesenden, darunter auch den ehemaligen Spandauer Bürgermeister Sigurd Hauff, den aktuellen Bürgermeister Helmut Kleebank, Presse- und Kirchenvertreter sowie viele interessierte Bürger. Einige SchülerInnen der Heinrich-Böll-Oberschule waren im Rahmen ihres Jahresprojektes "Verantwortung" gekommen.
In persönlichen Worten ordnete Schulz das Verlegen von Stolpersteinen als eine Form des Gedenkens an den Naziterror im Alltag ein.

SchülerInnen setzten sich auseinander

SchülerInnen der B.-Traven Schule hatten sich auf Spurensuche begeben und trugen anschließend Lebensdaten und Belege vor, mit denen sich einige Hinterlassenschaften und Lebensdaten der Familie Weiss aus Akten und Unterlagen des Bezirkes rekonstruieren lassen, darunter eine Vermögenserklärung bestehend aus Sparvermögen, Einkünften in Reichsmark und des Hausratse, an dem sich das Deutsche Reich später schadlos hielt.
Die SchülerInnen stellten das persönliche Schicksal der Familie Weiss in einen Zusammenhang mit der sich Jahr um Jahr verschärfenden Gesetzeslage für Juden in Deutschland bis 1945.

Tödliches Klima aus Ausgrenzung und Verfolgung

Besonders deutlich wurde das am Leben des 10-jährigen Horst, der von Geburt an nichts anderes als Einschränkung, Ausgrenzung und Verfolgung durch das Deutsche Reich kannte. Er durfte nicht zur Schule gehen, nicht ins Schwimmbad, durfte bestimmte Teile der Stadt nicht betreten, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und kein Radio hören. Später gab es keine Kleiderkarten, Eier und Frischmilch mehr für Juden.
Die SchülerInnen fragten sich: "Hat Horst trotzdem die Wärme und Aufmerksamkeit erhalten können, die er zum Aufwachsen brauchte?"

Abschließend berichtete Frau O'Daniel-Elmen von der AG Christen und Juden im Evangelischen Kirchenkreis Spandau über das Zustandekommen und die Arbeit des Schülerprojektes.

Da die SchülerInnen direkt aus der Schule gekommen waren, hatten fleißige Hände belegte Brötchen und Getränke vorbereitet, um die Veranstaltung im Gespräch angenehm ausklingen zu lassen.

Eindrücke der Stolpersteinverlegung am 2. Dezember

Fotos der Gedenkfeier am 3. Dezember

Susette Wahren