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Bestattungsunternehmen mit Tradition

Familie Cotta aktiv in der Neustadt

Corinna und Marc Cotta FOTO: Susette Wahren

Heute nehme ich Sie mit auf einen Ausflug westlich der Schönwalder Straße. In der Falkenhagener Straße 13 sind wir im Familienunternehmen „Wilhelm Fliegener Bestattungen“ mit Corinna und Marc Cotta verabredet..162 Jahre exisitiert dieser Traditionsbetrieb nun schon. Er hat mehrere Kriege, Umbrüche und wirtschaftliche Umwälzungen überstanden. Das Unternehmen ist inzwischen in fünfter Generation ausschließlich in Familienhand. Marc Cotta ist gelernter Kaufmann. Seit sein Vater sich vor zwei Jahren aus dem Betrieb zurückgezog, führt er zusammen mit seinem Onkel Jürgen Cotta das Bestattungsunternehmen.  Corinna Cotta betreut die Hausverwaltung, die ebenfalls zum gewachsenen Familieneigentum gehört. Der Bezug der Cottas zum westlichen Teil der Spandauer Neustadt ist eng. Marc Cotta beschreibt es so: „Aufgewachsen bin ich in der Falkenhagener Straße 13. In meiner Ausbildungszeit wohnte ich in der 14  und nach meiner Hochzeit zogen wir mit Kind in die Falkenhagener Straße 15.“ Ursprünglich war das Unternehmen am Stresowplatz in Spandau angesiedelt. Der Ur-Ur-Großvater Gottlieb Fliegener richtete 1851 dort einen Droschkendienst ein. Damit war er so erfolgreich, dass 1885 die Betriebsräume bald nicht mehr ausreichten. Man zog um auf ein Grundstück in der Falkenhagener Straße. „Ackerstraße, Feldstraße, Blumenstraße,“  stehen heute noch für die Ländlichkeit dieser Gegend zur Jahrhundertwende. Nach dem Tod Gottlieb Fliegeners übernahm 1896 dessen Sohn Wilhelm das Unternehmen. Mit viel Pfiff und großer Tatkraft bot er zusätzlich Kremser- und Pferdeschlittenfahrten an, erwarb Hochzeitskutschen und transportierte mit prunkvollem Pferdeleichenwagen die Verstorbenen. An so einer Bestattungstour hing mehr, als nur ein Transport - und langsam entwickelte sich das Unternehmen von einem Fuhrbetrieb zum Bestattungsunternehmen. 

Von Fliegener zu Cotta

Im traditionellen Familienunternehmen „Wilhelm Fliegener“ heißen heute alle mit Nachnamen Cotta. Das verdankt die Familie dem Großvater Albert Cotta, der Mar-garete Fliegener, die Tochter des erfolgreichen Wilhelm Fliegener, heiratete. 1940 übernahm Albert Cotta das Unternehmen  und führte es zusammen mit Margarete Cotta weiter.  Sein Enkel Marc Cotta versteht sich heute nicht nur auf einen sehr traditionsreichen Beruf, sondern auch auf modernes Netzwerken.  „Unsere Großeltern und Eltern haben all das hier aufgebaut. In ihrer Generation gab es eine gut funktionierende Nachbarschaft mit Geschäften und Hauseigentümern. Man kannte die Eigen-tümer rechts, links und gegenüber und tauschte sich auf der Straße aus.  Unsere Großeltern und Eltern haben da überall kräftig mitgemischt,“ beschreibt er. „In unserer Generation ist das leider nicht mehr so ausgeprägt. Es gibt weniger private Eigentümer und man kennt sich untereinander sehr viel weniger.“ Um andere Verbindungen zu schaffen, ist Marc Cotta in der Nachbarschaft, im Kiez und in Spandau aktiv. Er engagiert sich in Initiativen wie der AG Gewerbe und beim Aufbau eines Kooperations-Netzwerkes von Hauseigentümern in der Spandauer Neustadt. Die Vorteile des gemeinschaftlichen Handelns findet er schnell:  „Als wir die Fassade mit einem Graffitischutz versehen wollten, haben wir uns mit einigen Nachbarn unterhalten, wie die das Problem mit dem Fassadenschutz gelöst haben. Auch beauftragen wir hier den Winterdienst zusammen mit einem Nachbarn. Das ist für alle günstiger.“ 

Die Spandauer Neustadt vor 30 Jahren

Wenn die junge Generation Cotta das nachbarschaftliche Idyll ihrer Schulzeit beschreibt, klingt es, als seien sie in einer echten Kleinstadt aufgewachsen. Der einstige ländliche Charme der Gegend  westlich der Schönwalder Straße lässt sich tatsächlich auch heute noch erahnen: die Gebäude sind zwei- bis dreistöckig, in den Innenhöfen stehen die alten Schuppen von damals, man findet Remisen und kleinen Fachwerkhäuser.  „In dem Hof hier haben wir immer gespielt!“ erinnert sich Corinna Cotta. Erst mal in Fahrt geraten, werfen sich die beiden Cottas gegenseitig die Bälle zu. „Allein in der Falkenhagener Straße und in  den beiden Parallelstraßen bekam man alles für den täglichen Bedarf,“ sagt der eine. „Es gab einen Fleischer, einen Fischladen, einen  kleinen Edeka, eine Drogerie und in der Schönwalder Straße, Ecke Hügelschanze gab es den Gemüseladen Franke. In der Schönwalder Straße war sogar noch ein zweiter Fleischer. Dort bin ich mit meiner Mutter immer hingegangen“, erinnert sich die andere. Und Marc Cotta ergänzt: „Damals gab es auch schon Bolle, aber an anderem Ort als heute - da wo jetzt das „Bistro“ drin ist, war früher Bolle, mit frischem Milchbetrieb.“ Man holte noch mit echten Kannen Milch ein. Corinna Cotta setzt nach: „Butter Lindner gab es zu unserer Schulzeit auch noch hier, einen Strumpfladen und den Blumenladen Kirsch. Wir Kinder konnten früher überall alleine hingeschickt werden, denn alle Verkäufer kannten uns. Es war eine sehr schöne Gegend mit sehr familiären Verhältnissen.“

Gute Aussichten für die Spandauer Neustadt

Weil der Firmensitz  sich in der Falkenhagener Straße befindet, ist es Familie Cotta wichtig, dass die Mieterstruktur in ihren Häusern gut zusammenpasst und man sich gut untereinander versteht. Aus disem Grund nehmen die Cottas es in Kauf, dass Wohnungen manchmal etwas länger leer stehen, bis Mieter gefunden sind, die dazupassen. „Das ist bei großen Hausverwaltungen anders. Die wollen vor allem schnell vermieten. Und wir suchen langfristige Mieter, die sich bei uns auch wohlfühlen.“  Früher wohnte in den Häusern vor allem deutsches Stammpublikum. Heute ist der Zuzug international. Trotzdem bleiben viele deutsche Bewohner. Und  das nicht nur in den Häusern der Hausverwaltung Cotta, sondern auf der ganzen westlichen Seite der Schönwalder Straße. Marc Cotta hat dafür eine einfache Erklärung: „Dadurch, dass viele Häuser nach dem Krieg neu gebaut wurden, gab es hier viel Erstbezug und wenig Wechsel. Heute sind die früheren  Mieter betagt, deshalb ist es auch bei uns viel internationaler als früher.“Beide Cottas erhoffen sich für die Spandauer Neustadt eine positive Zukunft. „Für Spandau ist das hier eine perfekte Lage. Man ist schnell am Bahnhof, an U- und S-Bahn und in der Altstadt. Jetzt fehlt nur noch, dass die Flugzeuge verschwinden, dann ist das hier ein richtig guter Bezirk! Es ist grün und es gibt viel Wasser und Wald...So langsam etabliert sich außerdem so etwas wie ein Gesundheitsschwerpunkt, mit einigen Reha-Einrichtungen, dem SPA Centro Vital und dem  Vivantes-Krankenhaus. Die Neustadt hat wirklich Potential! Das sollte man nutzen und besser vermarkten,“ regt Corinna Cotta an.  Und auch ihr Cousin sieht die Entwicklungsmöglichkeiten des Bezirks.  „Wenn die Mieten günstig sind,  werden oft Ateliers angezogen und eine Kunst- und Kneipenszene entsteht.“Auch für Familien mit Kindern ist günstiger Mietraum in schöner Altbausubstanz oft attraktiv. Für sie gibt es viele Schulen und Kindergärten in der fussläufigen Umgebung.Das nächste Treffen der Eigentümer findet überigens im März statt. Den genauen Termin und Ort erfahren Sie im Quartiersbüro in der Kurstraße.  

Fliegener Bestattungen, Falkenhagener Straße 13, 13585 Berlin
Tag und Nacht erreichbar: 030 - 335 80 18
www.fliegener-bestattungen.de

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Susette Wahren, Januar 2013